Natalia SpurmanHeilpraktikerin für Psychotherapie
Familienaufstellung

Familienaufstellung im Einzelsetting - wie funktioniert das ohne Familie?

„Aber Aufstellung geht doch nur in der Gruppe, oder?" Diese Frage bekomme ich in meiner Praxis in Prenzlauer Berg fast wöchentlich. Und ich verstehe, woher sie kommt. Die Bilder, die die meisten Menschen von Familienaufstellung im Kopf haben, zeigen einen großen Raum, viele Stühle und fremde Menschen, die als Stellvertreter:innen zusammengestellt werden. Kein Wunder, dass viele denken, ohne eine Gruppe gehe es gar nicht.

Ich möchte Ihnen in diesem Text zeigen, dass das nicht stimmt – und warum die Aufstellung im Einzelsetting für viele Menschen sogar der stimmigere Weg ist. Ich bin Natalia Spurman, Heilpraktikerin für Psychotherapie, und ein großer Teil meiner Aufstellungsarbeit findet zu zweit statt: nur Sie und ich, in einem ruhigen Raum, mit schlichten Holzfiguren auf dem Tisch.

Die zentrale Frage: Wie funktioniert das ohne Familie?

Beginnen wir mit dem häufigsten Missverständnis überhaupt. Viele Menschen glauben, sie müssten ihre Eltern, Geschwister oder Partner:innen zu einer Aufstellung mitbringen. Das ist nicht der Fall – weder in der Gruppe noch im Einzelsetting. Aufstellungsarbeit findet über Ihr System statt, nicht mit den realen Menschen. Niemand aus Ihrer Familie muss davon wissen. Nichts wird konfrontiert, nichts wird angerufen.

Was wir aufstellen, sind nicht die realen Personen, sondern Ihre inneren Bilder von ihnen – so, wie diese Menschen in Ihrem Erleben vorkommen. Und diese inneren Bilder tragen Sie ohnehin immer bei sich. Genau deshalb brauchen wir für die Arbeit keine anwesende Familie. Wir brauchen nur Sie, Ihre Bereitschaft hinzuschauen, und ein paar Figuren.

Statt Menschen: schlichte Holzfiguren

Im Einzelsetting ersetzen wir die menschlichen Stellvertreter:innen durch Figuren. Auf meinem Tisch stehen dafür einfache Holzfiguren – nichts Verspieltes, nichts Buntes, bewusst schlicht gehalten. Sie wählen eine Figur für sich selbst und weitere für die Menschen oder Themen, um die es geht: die Mutter, den Vater, eine Partnerin, vielleicht auch etwas Abstraktes wie „die Angst" oder „die Entscheidung".

Dann stellen Sie diese Figuren auf den Tisch – dorthin, wo es sich für Sie richtig anfühlt. Nicht nach Logik, sondern nach Gefühl. Und schon hier geschieht oft etwas Erstaunliches. Eine Klientin, ich nenne sie hier Marija, stellte die Figur ihres Vaters ganz an den Rand des Tisches, fast schon herunterfallend. Erst als sie einen Schritt zurücktrat und das Bild betrachtete, wurde ihr die Wucht bewusst. „So weit weg", flüsterte sie. Das hatte sie so nie in Worte gefasst.

Warum Figuren manchmal mehr zeigen als Worte

Der Trick liegt darin, dass die Figuren etwas nach außen bringen, was in uns oft nur als diffuses Gefühl existiert. Wenn Sie über Ihre Beziehung zu einem Elternteil sprechen, bleiben Sie im Kopf. Wenn Sie diese Beziehung aber im Raum aufstellen, kommt der Körper ins Spiel. Sie sehen Abstände, Blickrichtungen, Nähe und Ferne. Und Ihr Körper reagiert darauf – mit Enge, mit Erleichterung, mit einem plötzlichen Impuls, eine Figur zu verrücken.

Was das Einzelsetting besonders macht

Für viele Menschen ist gerade die Intimität des Einzelsettings der entscheidende Vorteil. Hier gibt es keinen Gruppendruck, kein Publikum, keine fremden Blicke. Sie müssen sich nicht vor anderen öffnen, nicht Ihre Geschichte teilen, nicht warten, bis Sie an der Reihe sind. Die ganze Zeit gehört Ihnen.

  • Diskretion: Was in meinem Raum geschieht, bleibt zwischen uns. Es gibt keine Meldung an eine Krankenkasse, keine Aktenlage.
  • Tempo: Wir arbeiten in Ihrem Tempo. Wenn etwas zu viel wird, halten wir inne. Niemand drängt.
  • Fokus: Die gesamte Aufmerksamkeit ist auf Ihr Anliegen gerichtet, nicht auf zehn andere Themen im Raum.
  • Sprache: Wir können auf Deutsch oder auf Russisch arbeiten, ganz wie es Ihnen leichter fällt.

Ausführlicher beschreibe ich die Vorzüge dieser Arbeitsweise auch auf meiner Seite zur Einzeltherapie.

Lernen wir uns kennen
Sie möchten wissen, ob das Einzelsetting zu Ihnen passt? Lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, ob und wie ich Sie begleiten kann. Unverbindlich. Rufen Sie mich an unter +49 1573 0208093 und online über Online-Termin.

Ein zweites Beispiel – wenn ein Platz fehlt

Ich erzähle Ihnen von einer weiteren Begegnung, weil sie zeigt, wie feinfühlig die Arbeit mit Figuren sein kann. Ein Klient, ich nenne ihn hier David, kam mit dem Gefühl, in seiner Herkunftsfamilie nie richtig dazuzugehören. Er stellte die Figuren für seine Eltern und seine Schwester eng zusammen – und seine eigene ein gutes Stück abseits. „So sitze ich bei jedem Familienfest", sagte er trocken.

Wir schauten uns das Bild lange an. Dann fragte ich, ob es in der Familie jemanden gebe, über den nicht gesprochen werde. David zögerte. Es gab einen Bruder seines Vaters, der jung gestorben war, ein Thema, das die Familie umging. Wir stellten eine Figur für diesen Onkel auf. In dem Moment, in dem der Verstorbene einen Platz bekam, veränderte sich für David etwas. „Jetzt ist der Kreis vollständig", sagte er leise, „und ich fühle mich weniger allein damit." Ob das nachhaltig wirkt, kann ich nicht versprechen. Aber es war ein bewegender Augenblick – und er brauchte keine anwesende Familie, nur David, mich und ein paar Figuren.

Ein typischer Ablauf im Einzelsetting

Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, hier ein typischer Ablauf. Wir beginnen mit einem Gespräch über Ihr Anliegen. Das kann eine konkrete Beziehung sein, ein wiederkehrendes Muster oder ein Gefühl, das Sie nicht einordnen können. Aus diesem Gespräch entwickeln wir gemeinsam ein Thema für die Aufstellung.

Dann wählen Sie die Figuren und stellen sie auf. Wir betrachten das Bild, das entsteht. Ich frage Sie, wie sich das anfühlt, was Ihnen auffällt, wo Ihr Blick hängen bleibt. Behutsam probieren wir dann aus, wie sich Veränderungen anfühlen: Was passiert, wenn eine Figur sich anders wendet? Wenn eine fehlende Person ihren Platz bekommt? Am Ende steht oft ein neues, stimmigeres Bild – oder eine Erkenntnis, die noch nachwirken darf.

Wie ich in die fehlenden Rückmeldungen komme

Eine berechtigte Frage: In der Gruppe geben die Stellvertreter:innen Rückmeldungen darüber, wie es ihnen an ihrem Platz geht. Wer übernimmt das im Einzelsetting? Die Antwort: Sie selbst, unterstützt von mir. Ich lade Sie ein, sich probeweise an den Platz einer Figur zu versetzen und zu spüren, wie es sich von dort anfühlt. Diese Form des Perspektivwechsels ist überraschend kraftvoll. Und ich als erfahrene Begleiterin achte auf feine Regungen – ein Zögern, ein Blick, eine Veränderung in Ihrer Körperhaltung – und bringe sie behutsam ins Gespräch.

Einzelsetting oder Gruppe – was passt zu Ihnen?

Beide Formen haben ihre Berechtigung. Die Gruppenaufstellung lebt von der Kraft der menschlichen Stellvertreter:innen und ihren oft verblüffend präzisen Wahrnehmungen. Das Einzelsetting lebt von Intimität, Diskretion und Fokus.

Als Faustregel: Wenn Sie sich in einer Gruppe eher hemmen würden, wenn Ihnen Diskretion wichtig ist oder wenn Sie zum ersten Mal überhaupt mit Aufstellungsarbeit in Berührung kommen, ist das Einzelsetting oft der leichtere Einstieg. Wenn Sie die besondere Dynamik einer Gruppe erleben möchten, biete ich an meinen sechs Aufstellungs-Samstagen 2026 die Möglichkeit dazu – ein eigenes Thema für 180 Euro oder kostenlos als Stellvertreter:in. Mehr dazu auf meiner Seite zu den Seminaren. Übrigens lässt sich beides auch verbinden: Manche Menschen beginnen im Einzelsetting und wagen später den Schritt in die Gruppe.

Was das Einzelsetting an Themen ermöglicht

Weil im Einzelsetting alles diskret zwischen uns bleibt, trauen sich viele Menschen an Themen heran, die sie in einer Gruppe nie ansprechen würden. Sehr intime Beziehungsfragen etwa, Scham über die eigene Herkunft, ein Familiengeheimnis, das nie das Haus verlassen hat. In der geschützten Zweisamkeit meines Raums ist Platz für all das.

Gerade bei sensiblen Themen ist das Einzelsetting oft der behutsamere Weg. Sie müssen nichts vor fremden Menschen ausbreiten. Sie können in Ihrem Tempo entscheiden, wie viel Sie zeigen. Und wenn ein Thema sehr aufgeladen ist, können wir es in kleine Schritte teilen und über mehrere Sitzungen bearbeiten. Manche dieser Themen – wiederkehrende Muster, transgenerationale Lasten, der Nachhall einer Trennung – habe ich in eigenen Artikeln beschrieben, etwa über Muster in Beziehungen und über transgenerationale Weitergabe.

Wie ich als Begleiterin arbeite

Vielleicht möchten Sie wissen, was Sie von mir erwarten dürfen. Ich verstehe meine Rolle nicht als die einer Expertin, die Ihnen sagt, was in Ihrem Leben falsch läuft. Ich verstehe mich als Begleiterin, die den Raum hält, aufmerksam beobachtet und behutsam nachfragt. Sie sind diejenige oder derjenige, die oder der das eigene System am besten kennt – auch wenn dieses Wissen zunächst verborgen ist.

Ich arbeite ruhig und geduldig. Ich dränge nichts, ich deute nicht über Ihren Kopf hinweg, und ich gebe Ihnen keine fertigen Wahrheiten mit. Was ich mitbringe, ist Erfahrung, eine geschulte Wahrnehmung und die Fähigkeit, einen sicheren Rahmen zu schaffen. Meine Weiterbildung in der Aufstellungsarbeit habe ich zwischen 2022 und 2024 in Magdeburg absolviert, und ich bilde mich laufend bei eurasys in Berlin weiter. Mehr über meinen Hintergrund lesen Sie auf meiner Seite Über mich.

Häufige Bedenken – ehrlich beantwortet

„Kann eine Holzfigur wirklich dasselbe wie ein Mensch?"

Nicht dasselbe, aber etwas Eigenes. Die Figur gibt keine verbale Rückmeldung wie ein menschlicher Stellvertreter. Dafür projizieren Sie Ihr inneres Bild ungefilterter auf sie. Viele Menschen erleben die Arbeit mit Figuren als sehr klar und unmittelbar, gerade weil keine fremde Person mit eigenen Themen dazwischensteht. Es ist ein anderer Zugang, kein schlechterer. Wenn Sie tiefer eintauchen möchten, lesen Sie gern meinen Artikel über Figurenaufstellung.

„Ist das nicht zu esoterisch?"

In meinem Raum finden Sie keine Esoterik, sondern eine geerdete, ruhige Arbeitsweise. Wir arbeiten mit Ihren inneren Bildern und Ihrer Körperwahrnehmung – das ist konkret und nachvollziehbar. Ich möchte fair sein: Die Familienaufstellung ist eine erfahrungsorientierte, systemische Methode und nicht wissenschaftlich anerkannt. Sie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Aber sie ist alles andere als abgehoben.

„Bringt mir das überhaupt etwas?"

Das kann ich nicht garantieren, und ich würde es nie behaupten. Was ich sagen kann: Viele Menschen erleben im Einzelsetting einen neuen Blick auf eine belastende Situation, manche eine spürbare Erleichterung. Ob das bei Ihnen so ist, finden wir am besten in einem unverbindlichen Kennenlerngespräch heraus.

„Ist mir das zu teuer?"

Eine 90-minütige Sitzung – ein guter Rahmen für eine Aufstellung – kostet 120 Euro, eine kürzere von 55 Minuten 90 Euro, eine ausführliche von 120 Minuten 160 Euro. Bei Direktbuchung mehrerer Sitzungen gibt es Ermäßigungen von bis zu zwanzig Prozent. Alles transparent auf meiner Seite zu den Kosten.

Wann das Einzelsetting nicht der richtige Weg ist

So sehr ich diese Arbeit schätze, sie hat Grenzen. Wenn Sie sich in einer akuten seelischen Krise befinden, wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun, oder wenn eine ernsthafte Erkrankung im Raum steht, dann ist eine Aufstellung nicht der richtige erste Schritt. Bitte suchen Sie dann ärztliche Abklärung. In akuten Krisen erreichen Sie in Berlin rund um die Uhr den Krisendienst Berlin unter 030 390 63 00. Eine ausführliche Einordnung, für wen die Methode passt, finden Sie in meinem Artikel Für wen ist eine Familienaufstellung geeignet.

So finden Sie zu mir

Meine Praxis liegt in der Schliemannstraße 41 in 10437 Berlin-Prenzlauer Berg, fußläufig vom U-Bahnhof Eberswalder Straße und vom S-Bahnhof Prenzlauer Allee. Termine gibt es oft kurzfristig, nicht selten schon in wenigen Tagen. Erreichbar bin ich täglich von 8 bis 20 Uhr – oder schreiben Sie mir eine E-Mail an n.spurman@hotmail.com. Und wenn der Weg in die Praxis schwerfällt, sind in bestimmten Fällen auch Hausbesuche möglich.

Vielleicht spüren Sie beim Lesen, dass da ein Thema ist, das Sie gern einmal anschauen würden – geschützt, diskret, in Ihrem Tempo. Dann lade ich Sie herzlich ein, den ersten kleinen Schritt zu gehen.

Ihr erster Schritt – ein Kennenlerngespräch
Lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, ob und wie ich Sie begleiten kann. Unverbindlich, auf Deutsch oder Russisch, oft schon in wenigen Tagen. Rufen Sie mich an unter +49 1573 0208093 und online über Online-Termin.

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