Natalia SpurmanHeilpraktikerin für Psychotherapie
Familienaufstellung

Figurenaufstellung: Aufstellungsarbeit mit Figuren im Einzelsetting

Auf meinem Tisch in Prenzlauer Berg stehen ein paar schlichte Holzfiguren. Nichts Besonderes auf den ersten Blick – klein, glatt, unauffällig. Und doch geschehen mit diesen Figuren manchmal die berührendsten Momente meiner Arbeit. Wenn ein Mensch eine Figur an einen bestimmten Platz stellt und plötzlich innehält, weil etwas in ihm anklingt, das er lange nicht benennen konnte, dann zeigt sich die stille Kraft dieser Methode.

Ich bin Natalia Spurman, Heilpraktikerin für Psychotherapie, und in diesem Text möchte ich Ihnen die Figurenaufstellung näherbringen – eine Form der Aufstellungsarbeit, die ganz ohne Gruppe auskommt und im geschützten Einzelsetting stattfindet.

Was Figurenaufstellung bedeutet

Die Figurenaufstellung ist eine Variante der systemischen Aufstellungsarbeit. Statt mit menschlichen Stellvertreter:innen wie in der Gruppe arbeiten wir mit Figuren, die Sie auf einem Tisch positionieren. Jede Figur steht für ein Mitglied Ihres Systems oder für ein Thema: für Sie selbst, für Ihre Mutter, Ihren Vater, eine Partnerin, ein Geschwisterkind – oder für etwas Abstraktes wie „die Schwere", „die Sehnsucht", „die Entscheidung".

Der Kerngedanke bleibt derselbe wie bei jeder Aufstellung: Wir bringen innere Beziehungsbilder nach außen, machen sie sichtbar und damit bearbeitbar. Wichtig ist mir die ehrliche Einordnung: Die Aufstellungsarbeit ist eine erfahrungsorientierte, systemische Methode und nicht wissenschaftlich anerkannt. Sie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Sie ist ein Weg, mit inneren Bildern zu arbeiten – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Warum gerade Figuren?

Vielleicht fragen Sie sich, warum man überhaupt mit Figuren arbeitet und nicht einfach redet. Die Antwort hat mit der Art zu tun, wie wir Menschen Beziehungen erleben. Beziehungen sind räumlich. Wir sagen, jemand steht uns nah oder fern, jemand wendet sich uns zu oder ab, jemand steht über uns oder hinter uns. Diese Sprache ist kein Zufall – sie verrät, dass wir Beziehungen im Raum denken.

Wenn Sie eine Figur auf den Tisch stellen, übersetzen Sie ein inneres Gefühl in eine räumliche Anordnung. Und diese Anordnung zeigt Ihnen oft mehr, als Worte könnten. Ein Mann, ich nenne ihn hier Thomas, stellte die Figur für seinen Bruder mit dem Rücken zu seiner eigenen. Erst als er das Bild von außen sah, traf ihn die Erkenntnis: „Wir schauen aneinander vorbei. Seit Jahren." Kein Gespräch hatte ihm das je so klar gezeigt.

Der Körper denkt mit

Ein zweiter Grund liegt im Körper. Wenn Sie eine Figur an einen Platz stellen, spüren Sie dabei etwas – eine Enge, eine Wärme, einen Impuls, sie doch woanders hinzustellen. Dieses leibliche Wissen ist oft ehrlicher als unser Verstand. Der Kopf erzählt uns Geschichten, wie es sein sollte. Der Körper zeigt, wie es ist. Die Figurenaufstellung gibt diesem körperlichen Wissen einen Ausdruck.

Wie eine Figurenaufstellung abläuft

Lassen Sie mich Sie durch einen typischen Ablauf führen. Zuerst sprechen wir über Ihr Anliegen. Was bewegt Sie? Wo hakt es? Aus diesem Gespräch entwickeln wir gemeinsam ein Thema. Dann wählen Sie die Figuren aus, die Sie brauchen, und stellen sie auf den Tisch – ganz nach Gefühl, nicht nach Logik.

Wir betrachten das Bild, das entsteht. Ich frage behutsam nach: Wie fühlt sich das an? Was fällt Ihnen auf? Wo bleibt Ihr Blick hängen? Dann probieren wir vorsichtig aus, wie sich Veränderungen anfühlen. Was geschieht, wenn eine Figur sich zuwendet? Wenn eine fehlende Person ihren Platz bekommt? Nichts wird erzwungen. Wir tasten uns heran, bis vielleicht ein neues, stimmigeres Bild entsteht – oder eine Erkenntnis, die noch nachwirken darf.

Der Perspektivwechsel

Ein besonders wirksames Element ist der Perspektivwechsel. Ich lade Sie ein, sich probeweise an den Platz einer Figur zu versetzen – aus der Sicht der Mutter zu schauen, aus der Sicht des inneren Kindes. Diese Übung öffnet oft überraschende Türen. Menschen berichten, dass sie zum ersten Mal etwas vom Erleben eines anderen ahnen konnten, und dass sich dadurch etwas in ihrem eigenen Blick weitete.

Lernen wir uns kennen
Neugierig geworden auf die Arbeit mit Figuren? Lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, ob und wie ich Sie begleiten kann. Unverbindlich. Rufen Sie mich an unter +49 1573 0208093 und online über Online-Termin.

Was sich mit Figuren bearbeiten lässt

Die Figurenaufstellung eignet sich für ein breites Spektrum an Themen. Menschen kommen zu mir mit:

  • wiederkehrenden Mustern in Beziehungen, die sie nicht verstehen – dazu passt mein Artikel über Muster in Beziehungen;
  • einer schwierigen Beziehung zu Mutter oder Vater;
  • dem Nachhall einer Trennung;
  • Belastungen, die über Generationen weitergegeben scheinen – siehe meinen Text zur transgenerationalen Weitergabe;
  • Entscheidungen, bei denen sie zwischen zwei Wegen feststecken.

Auch abstrakte Themen lassen sich gut mit Figuren darstellen. Wenn Sie eine „innere Blockade" oder „die Angst" als Figur auf den Tisch stellen, bekommt sie plötzlich eine Größe, einen Ort, eine Beziehung zu Ihnen. Das allein verändert oft schon etwas.

Figurenaufstellung im Vergleich zur Gruppe

Die klassische Gruppenaufstellung arbeitet mit menschlichen Stellvertreter:innen, die Rückmeldungen geben. Das hat eine eigene Kraft. Die Figurenaufstellung im Einzelsetting hat andere Stärken: Sie ist diskret, intim und findet ohne Gruppendruck statt. Kein Publikum, keine fremden Blicke, kein Warten, bis man an der Reihe ist. Die ganze Zeit gehört Ihrem Anliegen.

Für viele Menschen, die es lieber geschützt und in ihrem eigenen Tempo mögen, ist das der leichtere Einstieg. Beides schließt sich nicht aus: Wer die Gruppenerfahrung sucht, ist an meinen sechs Aufstellungs-Samstagen 2026 willkommen – ein eigenes Thema für 180 Euro oder kostenlos als Stellvertreter:in. Mehr dazu auf meiner Seite zu den Seminaren. Mehr über die Vorzüge der Einzelarbeit lesen Sie in meinem Artikel über die Aufstellung im Einzelsetting.

Häufige Fragen und Bedenken

„Kann eine Figur wirklich etwas auslösen?"

Skepsis ist an dieser Stelle völlig normal, und Sie dürfen sie mitbringen. Was ich immer wieder erlebe: Menschen, die anfangs skeptisch die erste Figur aufstellen, sind oft am meisten berührt, wenn das Bild plötzlich etwas erzählt. Die Figur wird nicht magisch – sie wird zur Projektionsfläche für Ihr inneres Bild. Und dieses Bild trägt mehr Information, als der Verstand zunächst annimmt.

„Muss ich meine Familie mitbringen?"

Nein. Niemand aus Ihrer Familie muss anwesend sein oder auch nur davon wissen. Wir arbeiten ausschließlich mit Ihren inneren Bildern. Im Einzelsetting sind nur Sie und ich im Raum.

„Ist das nicht zu esoterisch?"

In meiner Praxis geht es geerdet und ruhig zu. Keine Räucherstäbchen, keine spirituellen Deutungen, kein Dogma. Nur ein Tisch, ein paar Holzfiguren und aufmerksame Begleitung. Sie dürfen jederzeit nüchtern und skeptisch bleiben.

„Ist mir das zu teuer?"

Eine Sitzung von 55 Minuten kostet 90 Euro, eine von 90 Minuten 120 Euro, eine ausführliche von 120 Minuten 160 Euro. Bei Direktbuchung mehrerer Sitzungen gibt es Ermäßigungen von zehn bis zwanzig Prozent. Transparent nachzulesen auf meiner Seite zu den Kosten.

Wann Figurenaufstellung nicht der richtige Weg ist

Es gibt Situationen, in denen ich von einer Aufstellung abrate. Bei akuten seelischen Krisen, bei Gedanken, sich etwas anzutun, oder bei einer ernsthaften Erkrankung ist eine Aufstellung nicht der richtige erste Schritt. Dann ist ärztliche Abklärung wichtig. In akuten Krisen erreichen Sie in Berlin rund um die Uhr den Krisendienst Berlin unter 030 390 63 00. Eine ausführliche Einordnung finden Sie in meinem Artikel Für wen ist eine Familienaufstellung geeignet.

Wie es sich anfühlt, bei mir zu arbeiten

Meine Praxis in der Schliemannstraße 41 in Prenzlauer Berg ist ein ruhiger, warmer Ort, fußläufig vom U-Bahnhof Eberswalder Straße und vom S-Bahnhof Prenzlauer Allee. Ich arbeite auf Deutsch und auf Russisch. Termine gibt es oft schon in wenigen Tagen. Ich rechne diskret ab, ohne Meldung an eine Krankenkasse. Und wenn der Weg schwerfällt, sind in bestimmten Fällen auch Hausbesuche möglich. Erreichbar bin ich täglich von 8 bis 20 Uhr; schreiben können Sie mir auch per E-Mail an n.spurman@hotmail.com.

Wenn Sie neugierig geworden sind auf die Arbeit mit Figuren, dann lade ich Sie ein, den ersten kleinen Schritt zu gehen. Mehr über die Methode insgesamt finden Sie auch auf meiner Seite zur Familienaufstellung und in meinem Grundlagenartikel zur Einzelarbeit.

Ihr erster Schritt – ein Kennenlerngespräch
Lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, ob und wie ich Sie begleiten kann. Unverbindlich, auf Deutsch oder Russisch, oft schon in wenigen Tagen. Rufen Sie mich an unter +49 1573 0208093 und online über Online-Termin.

Zurück zur Artikel-Übersicht

Anrufen Kennenlerngespräch