Natalia SpurmanHeilpraktikerin für Psychotherapie
Ratgeber

Wege aus dem Stimmungstief: Hilfe bei depressiven Verstimmungen

„Ich bin doch nicht depressiv – mir geht's nur seit Wochen nicht gut." Diesen Satz höre ich oft, und ich mag ihn, weil er so ehrlich ist. Denn zwischen „mir geht's nicht gut" und einer behandlungsbedürftigen Depression liegt ein weites Feld, und es ist wichtig, in diesem Feld nicht durcheinanderzukommen. Viele Menschen, die zu mir kommen, stecken in einem Stimmungstief, das sich zäh anfühlt, an dem aber noch etwas zu bewegen ist. Andere sind kränker, als sie sich eingestehen wollen, und brauchen zuerst einen Arzt. Beides ernst zu nehmen und ehrlich zu unterscheiden – darum geht es mir in diesem Text.

Ich bin Natalia Spurman, Heilpraktikerin für Psychotherapie in Berlin-Prenzlauer Berg. Ich möchte Ihnen helfen, Ihr Tief besser zu verstehen, Ihnen erste Wege zeigen und offen sagen, wo meine Begleitung sinnvoll ist – und wo ärztliche Hilfe an den Anfang gehört. Alle Beispiele sind anonymisiert und aus mehreren Geschichten zusammengesetzt.

Ein Tief ist noch keine Depression – und umgekehrt

Trauer, Erschöpfung, eine graue Phase nach einem Verlust oder einer Überlastung – das gehört zum Leben, so ungern wir es haben. Ein Stimmungstief hat oft einen erkennbaren Anlass, es schwankt, es lässt gute Momente zu, und es geht meist mit der Zeit vorbei. Eine Depression im klinischen Sinn ist etwas anderes: eine ernsthafte Erkrankung, bei der die gedrückte Stimmung, die Freudlosigkeit und der Antriebsverlust über mindestens zwei Wochen fast durchgängig da sind – oft ohne fassbaren Anlass, oft begleitet von Schlafstörungen, Appetitveränderungen, dem Gefühl völliger Wertlosigkeit und manchmal von Gedanken, nicht mehr leben zu wollen.

Diese Unterscheidung ist kein akademisches Klein-Klein. Sie entscheidet darüber, was Ihnen jetzt hilft. Deshalb gleich zu Beginn das Wichtigste, klar und ohne Umschweife: Wenn Sie sich seit mehr als zwei Wochen anhaltend niedergeschlagen, freudlos oder hoffnungslos fühlen, gehört eine ärztliche Abklärung an den Anfang. Das ist kein Drama und keine Kapitulation, sondern Sorgfalt – zumal auch körperliche Ursachen wie Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel oder Medikamentennebenwirkungen ein Tief erklären können und ausgeschlossen werden sollten. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie behandle ich keine Depression. Ich kann Menschen begleitend und ergänzend unterstützen, aber nicht als Ersatz für ärztliche oder ärztlich-psychotherapeutische Behandlung – und ich sage Ihnen offen, wenn ich denke, dass Sie zuerst woanders hingehören.

Wie sich ein Stimmungstief anfühlt – von innen

Von außen sieht man einem Menschen im Tief oft wenig an. Von innen fühlt es sich an, als hätte jemand die Farbe aus der Welt gedreht. Die Dinge, die früher Freude gemacht haben, lassen einen merkwürdig kalt. Alles wird anstrengend – das Aufstehen, das Duschen, die einfache Antwort auf eine Nachricht. Der Kopf produziert einen leisen, dauernden Kommentar: „Das bringt doch nichts. Du schaffst das nicht. Es wird nicht besser." Und weil man müde ist und sich zurückzieht, wird man einsamer, und weil man einsamer wird, wird das Tief tiefer. Eine Abwärtsspirale, die sich selbst befeuert.

Ein Mensch beschrieb es mir einmal so: „Ich funktioniere noch. Ich gehe zur Arbeit, ich erledige alles. Aber innen ist niemand mehr zu Hause." Dieses stille Funktionieren-und-doch-leer-sein trifft es gut. Es ist gefährlich, weil es lange unbemerkt bleibt – auch von einem selbst.

Wenn Sie gerade nicht mehr weiterwissen.
Bitte warten Sie in einer akuten Krise nicht auf einen Termin. Der Krisendienst Berlin ist rund um die Uhr unter 030 390 63 00 erreichbar, kostenfrei und auf Wunsch anonym. Die Telefonseelsorge erreichen Sie jederzeit unter 0800 111 0 111. In akuter Lebensgefahr wählen Sie die 112. Sie müssen das nicht allein aushalten.

Warum „Reiß dich zusammen" das Falscheste ist, was man sagen kann

Wenn ein Bein gebrochen ist, käme niemand auf die Idee zu sagen: „Streng dich mehr an, dann läuft es schon." Bei der Seele passiert genau das ständig – von außen und, schlimmer noch, von innen. „Andere haben es schwerer." „Sei nicht so empfindlich." „Du hast doch alles, was fehlt dir denn?" Diese Sätze sind nicht nur nutzlos, sie sind schädlich, weil sie zur ohnehin drückenden Last noch Scham hinzufügen.

Ein Tief ist kein Willensproblem und kein Charakterfehler. Der Antriebsverlust ist ein Symptom, nicht Faulheit. Genau das macht es so tückisch: Die Krankheit greift ausgerechnet die Kraft an, die man bräuchte, um etwas zu ändern. Deshalb ist der erste hilfreiche Schritt fast immer, den Kampf gegen sich selbst einzustellen. Nicht „Ich muss mich zusammenreißen", sondern „Ich brauche Unterstützung" – das ist der Satz, der weiterführt.

Was hinter einem Tief stecken kann

Ein Stimmungstief fällt selten vom Himmel. In meiner Arbeit interessiert mich, was Ihres hält und nährt – denn wenn wir das verstehen, öffnet sich ein Weg heraus.

Manchmal ist es ein unbetrauerter Verlust, der sich als Grau über alles legt, weil die Trauer nie gehen durfte. Manchmal ist es dauernde Überlastung, ein Burnout, der ins Depressive kippt. Manchmal sind es alte Sätze aus der Kindheit – „Du bist nicht genug", „Freude muss man sich verdienen" –, die man so lange gehört hat, bis sie sich wie die eigene Wahrheit anfühlen. Und manchmal reicht die Spur weiter zurück, in die Familiengeschichte hinein: In manchen Familien wird eine unausgesprochene Schwere über Generationen weitergereicht. Ich erlebe das bei deutschen wie bei russischsprachigen Familien – Krieg, Verlust, Migration hinterlassen Spuren, die noch Kinder und Enkel tragen. Wer diese tiefere Ebene interessiert, findet in meinem Artikel über transgenerationale Muster mehr.

Diese Ursachensuche ist kein Selbstzweck. Sie ist der Grund, warum ich verstehen statt nur dämpfen möchte. Ein Tief nur zu betäuben, verschiebt es. Zu verstehen, was es trägt, kann den Weg heraus ebnen. Genau hier setzt meine tiefenpsychologisch fundierte Einzelarbeit an – als Ergänzung zu ärztlicher Behandlung, wo diese nötig ist, nie als deren Ersatz.

Erste Schritte, die Sie selbst gehen können

Wenn die Kraft am Boden ist, sind große Vorsätze der falsche Weg – sie erzeugen nur neues Versagen. Klein anfangen ist klüger. Diese Schritte ersetzen keine Behandlung, aber sie können ein wenig Licht hereinlassen:

  • Bewegen Sie sich, so klein es sein muss. Ein Gang um den Block. Bewegung ist eines der wenigen Dinge, deren stimmungsaufhellende Wirkung sogar gut belegt ist. Es muss kein Sport sein – Gehen genügt.
  • Halten Sie Struktur. Feste Zeiten für Aufstehen, Essen, Schlafen geben dem Tag ein Geländer, an dem man sich entlanghangeln kann, wenn der eigene Antrieb fehlt.
  • Tun Sie eine kleine Sache, bevor Sie Lust darauf haben. Im Tief kommt die Lust nicht vor der Handlung – sie kommt, wenn überhaupt, danach. Handeln Sie zuerst, in Mini-Schritten.
  • Durchbrechen Sie den Rückzug. Eine Nachricht, ein kurzer Anruf, ein Mensch. Isolation ist Nahrung für das Tief; jeder echte Kontakt nimmt ihm etwas.
  • Meiden Sie Alkohol als Trostmittel. Er verspricht Erleichterung und liefert am nächsten Tag ein tieferes Loch. Ich begleite seit 2012 ehrenamtlich eine Suchtselbsthilfegruppe der Caritas und sehe oft, wie ein Tief und ein „Feierabendglas" sich gegenseitig verstärken.
  • Und der wichtigste Schritt: Holen Sie sich Hilfe. Beim Hausarzt, bei einer Fachärztin, bei mir – Hauptsache, Sie bleiben nicht allein damit.

Sie kommen aus dem Grau nicht heraus?
Sie müssen das nicht allein schaffen. Lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, ob und wie ich Sie begleiten kann – ergänzend zu ärztlicher Hilfe, wo sie nötig ist. Unverbindlich. Sie erreichen mich täglich 8–20 Uhr unter +49 1573 0208093 und online über Online-Termin.

Wie meine Begleitung aussieht – und wo ihre Grenze liegt

Lassen Sie mich hier besonders klar sein, weil es um Ihre Gesundheit geht. Bei einer diagnostizierten oder wahrscheinlichen Depression gehört die Behandlung in ärztliche beziehungsweise ärztlich-psychotherapeutische Hände – dort, wo bei Bedarf auch Medikamente und eine leitliniengerechte Psychotherapie möglich sind. Diese Behandlung kann und will ich nicht ersetzen. Was ich anbieten kann, ist eine begleitende Arbeit für Menschen in einem Stimmungstief oder als Ergänzung zu einer laufenden ärztlichen Behandlung: ein Ort, an dem Sie verstehen lernen, was Ihr Tief nährt, an dem Sie den inneren Antreibern und alten Sätzen auf die Spur kommen und wieder Kontakt zu dem finden, was Ihnen einmal etwas bedeutet hat.

Wie fühlt sich das an? Sie sitzen in einem ruhigen Raum in der Schliemannstraße 41 in Prenzlauer Berg, in einem echten 1:1-Rahmen, in dem die Zeit Ihnen gehört. Kein Abfertigen, kein Blick auf die Uhr. Wir arbeiten in Ihrem Tempo. Wenn im Verlauf ein altes Familienmuster sichtbar wird – etwa eine weitergegebene Schwere –, lässt sich die Gesprächsarbeit gut mit Aufstellungsarbeit verbinden, bei der wir mit Figuren anschauen, was von wem eigentlich getragen wird. Einzeltherapie und Aufstellung greifen bei diesen Themen oft gut ineinander.

Ich arbeite auf Deutsch und Russisch – ich bin russische Muttersprachlerin. Termine bekomme ich meist kurzfristig unter, oft in wenigen Tagen; gerade wenn es einem schlecht geht, ist monatelanges Warten das Letzte, was man braucht (mehr dazu in meinem Text zur Wartezeit). Und wenn der Weg aus der Wohnung gerade zu schwer ist, sind auch Hausbesuche möglich.

Häufige Einwände – und meine Antworten

„Bringt Reden überhaupt etwas, wenn mir einfach alles zu viel ist?"

Ich verstehe die Skepsis, gerade wenn die Kraft fehlt. Reden allein ist auch kein Zaubermittel. Aber verstehen zu lernen, was das Tief nährt, und einen Menschen an der Seite zu haben, der zuhört und ordnet, kann viel lösen. Viele Menschen erleben schon nach wenigen Gesprächen etwas mehr Klarheit und ein Stück weniger Einsamkeit. Ein Versprechen gebe ich nicht – das wäre unseriös. Aber allein weiterzukämpfen ist selten der bessere Weg.

„Bin ich bei Ihnen richtig – oder brauche ich einen Arzt?"

Wahrscheinlich beides, und das ist völlig in Ordnung. Bei einer Depression gehört die ärztliche Behandlung an den Anfang; meine Arbeit versteht sich daneben als begleitend. Im Kennenlerngespräch schauen wir ehrlich, was Sie brauchen, und wenn ich merke, dass ärztliche Hilfe dringlich ist, sage ich es Ihnen klar und helfe Ihnen, den nächsten Schritt zu finden. Sie gehen bei mir nie mit einem falschen Versprechen nach Hause.

„Ist mir das zu teuer?"

Eine Einzelsitzung kostet 90 € (55 Minuten), 120 € (90 Minuten) oder 160 € (120 Minuten). Buchen Sie Pakete direkt, sparen Sie 10 bis 20 Prozent, gültig ein Jahr; die Details stehen auf der Seite Kosten. Die gesetzliche Kasse zahlt meine Leistung nicht – dafür entsteht keine Diagnose in Ihrer Akte und keine Meldung an irgendeine Stelle, was gerade bei einem seelischen Thema für viele sehr wichtig ist.

„Muss ich mich schämen, dass ich es nicht allein hinbekomme?"

Ganz und gar nicht. Sich Hilfe zu holen, ist das genaue Gegenteil von Schwäche – es ist die vernünftigste Entscheidung, die man im Tief treffen kann. Kein Mensch käme auf die Idee, sich für einen gebrochenen Arm zu schämen. Für die Seele gilt dasselbe.

Zum Schluss: Es wird wieder heller

Das Tückischste an einem Tief ist, dass es einem einredet, es bleibe für immer. Das ist die Krankheit, die spricht, nicht die Wahrheit. Ich habe viele Menschen begleitet, für die die Welt wieder Farbe bekommen hat – nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt, oft mit ärztlicher Hilfe und begleitender Gesprächsarbeit zusammen. Dass Sie diesen Artikel bis hierher gelesen haben, ist selbst schon ein Zeichen: Ein Teil von Ihnen sucht nach einem Weg. Hören Sie auf diesen Teil.

Sie müssen nicht warten, bis es „ganz schlimm" ist. Und Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Ein ruhiger Anfang genügt.

Lernen wir uns kennen.
In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, ob und wie ich Sie begleiten kann – ergänzend zu ärztlicher Hilfe, wo sie nötig ist. Meine Praxis liegt in der Schliemannstraße 41 in Berlin-Prenzlauer Berg, Termine sind meist kurzfristig möglich, auf Deutsch oder Russisch. Rufen Sie mich an unter +49 1573 0208093 (täglich 8–20 Uhr) oder per E-Mail an n.spurman@hotmail.com, schreiben Sie mir über die Kontaktseite und buchen Sie online über Online-Termin. Mehr über meinen Weg lesen Sie hier. In akuten Krisen: Krisendienst Berlin 030 390 63 00, rund um die Uhr.

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